SDCologne, Jun 12, 2018, Abdruck honorarfrei!   –   Listen The Album 'Don't Believe What You Think'

Stone Diamond, das Quartett um den rockenden Zahnarzt Cyrus Alamouti, brilliert auf »Amy van Dango«, ersten Single vom 3. Album, mit einem coolen Mix aus Rock, Pop, Soul & Funk

Es gibt solche Songs! Man hört sie und weiß, die Welt ist in Ordnung. Noch! Wieder! Man hört solche Songs und lächelt. Geht doch! – ”Amy van Dango”, die erste Single-Auskopplung aus DON’T BELIEVE WHAT YOU THINK, dem dritten Album der Kölner Formation Stone Diamond, ist so ein Knaller-Song. Wie ein Lichtstrahl im Dunkeln, wie ein Akku für die leeren Batterien, ein Ereignis.

Zum Auftakt ein Schlagzeug-Intro, trocken, treibend… Und dann drängt diese schneidende, leicht näselnde Stimme ins Hörbild, erzählt von ”Amy van Dango” und steigert sich schließlich zu einem hitzigen Falsett. ”Zuerst war da dieser seltsame Name”, erinnert sich Autor Cyrus Alamouti, dann nutzte er einen Bubblegum-Text und schließlich wurde daraus die Story von diesem traurigen Mädchen, ihrem Gefühl der Verlassenheit und von der Not, nie zu bekommen, wonach ihr ist. Diese Geschichte über ”the saddest of her kind” stammt von dem Album DON’T BELIEVE WHAT YOU THINK, eine Goldader beeindruckender Songs. Anspieltipps: ”The Art Of Breaking Heart”, das Country angehauchte ”Endless October”, das von einer überdrehten Gitarre angetriebene ”1000 Suns”, das hypnotische ”Mine“ oderoderoder.

Zur ”Amy van Dango”-Single gibt’s ein aufregendes Schwarzweiß-Video (von Benedikt Ernst und Chris Piortrowicz) mit einer Lady, die der Songfigur ein atemberaubend schönes Gesicht gibt.
Was erwartet den Hörer? Nennen wir es Premium-Pop mit tiefen Wurzeln im Rock, Soul und R&B. Es geht um die große Kultur von Strophe und Refrain und um eine Art, Songs zu schreiben, die sich wohltuend vom formatierten Einerlei zeitgenössischer Musik abhebt. Vokalperformance, Chöre, Question & Answer-Technik, Song-Dramaturgie, Solo-Parts, Sound und Produktion – man kann einfach nicht meckern, alles vom Feinsten.

Die Band aus der Kölner Südstadt, die man ebenso gut in New Orleans oder Atlanta verorten könnte, existiert seit 2013. Cyrus – Beruf: Zahnarzt, Berufung: Musiker – erweitert das Ursprungs-Trio, das seinerzeit das Debüt WE STOLE THE STARS FROM THE BLACK NIGHT vorlegte und einem bluesigen Rock verpflichtet war, zum Quartett. 2014 erschien PHOENIX, ein Album, das sich stilistisch in Richtung Pop öffnete. Cyrus nennt zahlreiche Einflüsse: Prince, KISS, Red Hot Chili Peppers – you name it.

Vier Jahre später ist man einen Schritt weiter: Stone Diamond orientieren sich noch deutlicher an einem Stilmix aus Rock, Funk, Pop und Soul. Wenn man ”Amy van Dango” hört, kommt es einem – bei aller freudigen Überraschung – vor, als kenne man das Lied schon seit eh und je. Das Quartett – bestehend aus Gründer, Songwriter und Producer Cyrus Alamouti (bass, voc), Pete Hensen (drums), Marc Schäfers (gtr, voc) und Athanassios ”Zaki“ Kiokakis (gtr, back voc) – spielt Uhrwerk. Präzise, teambewusst, songdienlich. Zwei der Gentlemen leben vom Musikmachen und wirkten/wirken in zahlreichen Formationen mit. Marc ist im bürgerlichen Leben Verleger. Musikalische Vollblüter sind sie alle. Zu jeder Zeit spürt man die unbändige Spielfreude der Vier, die Lust an handgemachter Musik, am analogen Zusammenspiel.

Stichwort analog. DON’T BELIEVE WHAT YOU THINK entstand in den legendären Dierks Studios, wo schon Ike & Tina Turner, Michael Jackson, die Scorpions – um nur einige zu nennen – aufgenommen haben. Und dort ist die analoge Welt – vom ehrwürdigen Solid State Logic-Mischpult bis hin zu gesuchten Neumann-Mikrofonen – noch in Ordnung. Unter der Ägide von Ulli Pallemanns, der zusammen mit Cyrus die Produktion verantwortete, wurde das Songmaterial live eingespielt und dann weiter bearbeitet und veredelt. So entstand ein äußerst spannendes, stets überzeugendes Bandprojekt, wo Songs noch Songs sind, Gitarren nach elektrischen Gitarren klingen, und die Rhythmussektion einen Teppich für die beiden Sänger Cyrus und Marc und die kurzweiligen Solo-Eskapaden der Instrumentalisten auslegt.

”Amy van Dango” macht – ebenso wie das gesamte Album DON’T BELIEVE WHAT YOU THINK, das im Spätsommer erscheinen wird – einen Heidenspaß. Und mehr muss gute Popmusik auch nicht leisten! Tipp: hören!